29.09. – 03.10.2017

Am Freitag, den 29.09.2017 war es soweit – New York, New York – Die Stadt, die niemals schläft! Die Stadt, voller Gerüche (und es sind nicht immer Wohlgerüche), voller Hektik, voller Menschen UND voll an unvergesslichen Eindrücken. Hat man, wie wir, nur ein relativ kleines Zeitfenster, dann läuft es in der Regel darauf hinaus, dass man sich die Tage in New York vollknallt mit Sehenswürdigkeiten, die es zu besuchen gilt.

In 8 Stunden nach New York

Endlich war der lang herbeigesehnte Tag da. Abflug gen New York am 29.09.2017 um 9:00! Ergo 2 Stunden vorher am Flughafen sein. Am Check-In, besser gesagt in der Warteschlange des Check-Ins, wurden von allen Passagieren bereits das erste Mal die Reisepässe kontrolliert. Der Mitarbeiter kam mit einem breiten Grinsen auf uns zu und warf einen Blick in unsere Pässe. Dann, völlig unerwartet, konstatierte er völlig richtig: „Oh, Skorpion – ich bin Waage, passt das zusammen?“ …??? Hallo geht’s? Und wo ist der Bus mit den Leuten drin, die’s interessiert, dachte ich. Nach 3 weiteren Kontrollen und Checks erreichten wir um 7:30 Uhr den Wartebereich. Uns blieb also noch eine geschlagene Stunde bis zum Boarding. Was soll das immer mit dem 2 Stunden vorher da sein? Wozu? Hätten wir auch schön ne Stunde länger schlafen können, was zu dieser Startzeit nicht ganz unwesentlich gewesen wäre.

Privilegien und so…

Das Boarding der United Airlines begann pünktlich um 8:30 Uhr – ein Direktflug im Übrigen, der lästiges Umsteigen in Paris, Frankfurt oder Amsterdam überflüssig macht. Nach Betreten des Flugzeugs landeten wir erst mal direkt in der Business Class, um uns dann weiter in die Holzklasse schieben zu lassen. Das Absurde ist ja, dass man bei Buchung des Fluges denkt: „Da müsste ich ja schon verrückt sein, mehr als € 1.000,- zusätzlich zu zahlen, nur um bequemer zu sitzen“. Während des Fluges verschiebt sich dieses Gedankenkonstrukt dann jedoch erheblich! Endlich an der richtigen Reihe angelangt, bemerkte ich recht schnell, dass wir mit unseren Sitzplätzen echt den Jackpot hatten… NICHT! Wir saßen genau eine Reihe hinter den Notausgängen und hatten somit einen astreinen Vergleich zu unseren Sitzplätzen. Unsere Beinfreiheit (das Wort allein regt schon auf in diesem Zusammenhang) war quasi die Hälfte im Vergleich zu den Notausgängen! Immerhin hatte ich Glück und besetzte mit meinem Sohn eine Zweierreihe am Fenster (ergo: keine lästigen Gerüche oder Geräusche geschweige denn irgendwelche Hautüberhänge oder sabbernden Köpfe eingeschlafener Sitznachbarn).

Irgendwann waren dann aber auch diese 8 Stunden unseres Lebens vergangen (dank eines extrem netten Stewards, der uns ständig mit Chips, Keksen und Alkohol versorgte – also mich mit Alkohol 🙂 – und eines ganz passablen Kinoprogramms, gingen diese Stunden einigermaßen schnell vorüber. Den Film „Mädelstrip“ mit Goldie Hawn kann ich nur empfehlen – zur Belustigung (oder auch nicht) meiner direkten Umgebung musste ich mehrfach lauthals loslachen. Immer schön, wenn jemand mit Kopfhörern einen Lachanfall bekommt und seine eigene Lachlautstärke völlig falsch einschätzt.

Sicherheitszone Amerika – New York

Nach der Landung eilten wir zur Immigration. Hier haben wir nun mit den Abdrücken all unserer Finger (und der Daumen) sowie eines Fotos unserer Antlitze eine Identifizierung unserer Personen für die Ewigkeit hinterlassen. Nun dachten wir, kann ja nichts mehr passieren – wir sind drin! Ab zum Gepäckband. Dort drehten unsere beiden Koffer gerade eine Ehrenrunde. Wir konnten unser Glück kaum fassen und eilten Richtung Zoll – grüner Ausgang (schließlich hatten wir ja nichts zu verzollen). Tja, leider hatten wir wohl unseren Glücksvorrat schon ausgeschöpft, denn kurz vor der Kreuzung „Rot-Grün“) verlangte ein Officer unsere ausgefüllte Zollbescheinigung. Diese hatte ich streberhaft bereits vor dem Abflug ausgedruckt und ausgefüllt.

Murphy’s law

Nach einem strengen, prüfenden Blick vermerkte dieser mit grünem Edding fett „AX4“ darauf. Hä??? Dieser „Geheimcode“ veranlasste nun wiederum die Zollbeamten uns NICHT durch eben genannten grünen Ausgang zu lassen, sondern in die rote Zone zu bitten. Na toll, dachte ich. Hier wurden unsere Koffer und Taschen dann ein weiteres Mal gescannt. Das reichte aber noch nicht! Denn nun sollten wir unsere Koffer öffnen (immer vorteilhaft, wenn man ein billiges 2 EURO Zahlenschloss angebracht hat, das nicht auf Anhieb funktioniert).  Naja, jedenfalls dachte ich, das war’s jetzt – nun sehen sie das ganze Obst, Fleisch und v.a. die Waffen… QUATSCH! Aber sahen wir zwei Grazien denn wirklich sooooo gefährlich aus? So wurde also mein Koffer durchwühlt und – oh Wunder- nichts gefunden! Das hinderte die Beamten nicht daran, sich ernst anzugucken, und zu sagen: „Your passport please!“ Ja nee, is klar. Meine Neugier (ok, Wut) obsiegte und ich fragte, was denn eigentlich dieses ominöse „AX4“ bedeute? Kommst nicht drauf… Stichprobe! Hey, wieder Jackpot! Im Nachhinein glaube ich, dass die uns ein wenig einschüchtern wollten und muss sagen: GELUNGEN!

Von Newark (New Jersey) nach Manhattan

Irgendwann saßen wir dann tatsächlich im Shuttle-Bus. Diesen hatte ich wohlweißlich ebenfalls schon im Voraus gebucht (Kostenpunkt ca. € 20,00 pro Person pro Fahrtrichtung). Kaum hatten wir den Hudson River unterquert, klappten unsere Münder nach unten und wurden auch erst mit Ankunft vor unserem Hotel (natürlich waren wir die letzten, die abgesetzt wurden) geschlossen. Wie im Film!!! Diese Skyline, diese Geräuschkulisse – Eindrücke ohne Ende und man weiß nicht, wo man zuerst hinsehen soll.

Unser Plan war es gewesen, bereits am Anreisetag eine Sehenswürdigkeit zu besuchen, um die Tage in New York auch wirklich ausgiebig zu nutzen. Gesagt getan – den Weg vom Hotel zum Rockefeller Center (Top of the Rock) hatte ich mir bereits in Google Maps markiert. An dieser Stelle sei betont, dass die SIM Karte übrigens von Anfang an reibungslos funktionierte. Google Maps prognostizierte uns einen Fußmarsch von 20 Minuten. Das ja nix dachten wir und los ging’s. In New York (Manhattan) ist es so gut wie unmöglich, sich zu verlaufen (es sei denn man hat eine Ost/West- bzw. Nord/Süd-Schwäche). Das Straßennetz von Manhattan ist nach einem einfachen Raster aufgebaut, welches ein schnelles, problemloses Zurechtfinden ermöglicht. Die Straßen (streets) verlaufen in Ost-West-Richtung mit ansteigender Nummer und die Avenues von Nord nach Süd. An der 5th Ave teilt sich Manhattan in East- und West-Side.

Das erste Wahrzeichen von New York

Am Rockefeller Center angelangt, dachte ich mir: „Hey, mit meinem New York Explorer Pass gehen wir jetzt erstmal direkt zum Aufzug, um dann die versprochene einmalige Aussicht zu genießen“. Offensichtlich hatten diesen Gedanken noch unzählige andere Touristen aus aller Herren Länder. Das Procedere ist demzufolge auch ein anderes: 1. man begebe sich zu den Ticketschaltern, 2. Explorer Pass scannen lassen, nächstmögliche Gelegenheit den Aufzug zu nutzen buchen und Original Tickets entgegennehmen, 3. wieder rausgehen, um die 45 Minuten Wartezeit an der frischen Luft zu verbringen (man bedenke an dieser Stelle, dass es mittlerweile 16:00 Uhr Ortszeit war – für uns also gefühlte 22:00 Uhr. So langsam machten sich erste Erschöpfungsanzeichen bemerkbar). Die ganz Schlauen unter meinen Lesern, können jetzt sicher sofort sagen, welche Jahreszahl auf dem ersten Bild eingraviert ist? 😉 (Lösung auf Anfrage)

         New York

Wer nun meint, ok, um 16.45 Uhr durften sie dann ja endlich in den Fahrstuhl und waren dann sicher ruck zuck oben – DER IRRT. Die Amis lassen es sich nämlich bei so gut wie keinem Touristenmagnet nehmen, einen auf halber Strecke zum Ziel erst einmal in eine vermeintlich witzige Fotosituation zu zwingen! Sprich, Du musst Dich einmal vor dem Hintergrund „Lunch atop a skyscraper“ positionieren und ein semi-professioneller Fotograf macht dann ein Bild von Dir: witzig!!! und v.a. überflüssig. Dass so ein Foto im Endeffekt der wahre Schnapper ist, muss ich nicht extra erwähnen, oder? Well, die Fahrt mit dem Fahrstuhl ist dann allerdings wirklich ein Erlebnis: Eine rasante Fahrt, um innerhalb von Sekunden die knapp 70 Stockwerke zu erklimmen. Auf der ersten der insgesamt drei Plattformen angelangt, verschlägt es einem wortwörtlich den Atem. Eine spektakuläre Aussicht über den Big Apple. Nach Norden blickt man auf den Central Park, nach Süden auf’s Empire State Building und die Südspitze von Manhattan inkl. dem One World Trade Center. Sicherlich hat man von den anderen beiden Mega Skyscrapern einen vergleichbar tollen Blick. Der Vorteil des Rockefeller Centers ist das etwas weniger prominente Ansehen und somit eine um ein µ dezimierte Anzahl an Touristen.