Tag 2 in New York City
Man macht sich ja im Vorwege bereits so seine Gedanken und Pläne. Unserer bestand darin, möglichst vor Sonnenaufgang das Hotel zu verlassen, um dann eben jenen auf der Brooklyn Bridge live und in Farbe mitzuerleben. Der Plan erschien „dank“ Jetlag gar nicht so abwegig und tatsächlich erwachte ich gegen 5:00 Uhr – was man von meinem Kind nicht behaupten kann. Das blinzelte mich mürrisch an und meinte „Sonnenaufgänge seien doch eh überall gleich“. Nix da, ungefrühstückt verließen wir um 5:30 Uhr das Hotel Richtung Grand Central Station.
Was wir bei unserem Plan nicht bedacht hatten, war die Tatsache, dass die Grand Central Station an und für sich schon ein Highlight ist. Und wie zu erwarten, hielten wir uns dort auch länger auf, als ursprünglich beabsichtigt. Aber ganz ehrlich, man kennt die Grand Central Station ja bereits aus diversen Filmen – u.a. aus „Madagaskar“ – und wenn man dann um 06.15 Uhr fast allein in dieser beeindruckenden Halle steht, dann ist man schon geflasht. Als wir endlich in die Katakomben der Metro hinabgestiegen waren, hieß es „Fahrkarte kaufen“. Als erstes kauft man die MetroCard – quasi die Berechtigungskarte. Bei dieser handelt es sich um eine Prepaidcard, die beliebig oft aufgeladen werden kann und mit der man die Subway und die Busse in New York nutzen kann. Die Karte kostet einmalig 1 $ – je nach Aufenthaltsdauer ist der Preis für die Fahrten über eine Flatrate abgedeckt. Kleiner Tipp: Wenn man – wie wir – diese Karte an einem Automaten kauft, wird man nach einem fünfstelligen Zip-Code gefragt. Wer die Postleitzahl seines Hotels nicht kennt, kann 00000 (5 x Null) eingeben. Bezahlt wird cash oder mit Kreditkarte.
Die Fahrt mit der Metro Linie 6 bis zur Haltestelle Brooklyn Bridge dauerte knapp 15 Minuten. Als wir die Treppen hinaufstiegen, sah ich bereits, dass die Sonne mitten im Prozess des Aufgangs begriffen war – Mist, getrödelt. Aber wie man auf den Fotos sehen kann, kommt es immer auf die Perspektive an, denn in Richtung Brooklyn fotografiert, sah es so aus, als wären wir pünktlich 😉
Brooklyn und Brooklyn Bridge
Trotz unserer Verspätung waren wir so gut wie allein. Bis auf ein paar Radfahrer, Jogger und Reinigungsfahrzeuge war die Brücke quasi die unsere. Gäbe es immer noch die Fotoapparate wie vor 25 Jahren – mit einem Film, der eingelegt werden musste und ca. 30 Fotos Kapazität mit sich brachte – hätten wir diesen dort verschossen. Die Brooklyn Bridge wurde nach knapp 14 Jahren Bauzeit im Jahre 1883 fertiggestellt und überspannt seitdem den East River. Sie war zu dieser Zeit die erste Stahldraht-Hängebrücke weltweit. Um sicherzustellen, dass sie nicht kollabieren würde, ließ man 21 Zirkuselefanten von Brooklyn nach Manhattan spazieren. Heutzutage überqueren 100.000 Autos, 4.000 Fußgänger und 2.600 Radfahrer die Brücke.
Wir wanderten einmal über die insgesamt 1.825 Meter lange Brücke nach Brooklyn und begaben uns dort direkt in den Brooklyn Bridge Park. Von dort hat man einen umwerfenden Blick auf die Skyline Manhattans. Der Rückweg war dann nicht nur deutlich beschwerlicher, weil wir noch nicht gefrühstückt hatten, sondern auch deutlich voller. Man muss allerdings dazu sagen, dass der Fußweg der Brücke eine Seite für Fußgänger und eine für Radfahrer vorbestimmt, und so kaum lästige Zwischenfälle (wie durchaus in Hamburg mit Radfahrern möglich) vorkommen.
Freiheitsstatue oder auch Statue of Liberté
Mittlerweile war es 8:30 Uhr und unser nächster Programmpunkt sollte um 11:00 Uhr beginnen. Genügend Zeit, endlich den Hunger zu stillen. Möglichkeiten etwas zu essen, gibt es in Manhattan wie Sand am Meer. Traditionell entschieden wir uns für einen Diner, in welchem wir wie folgt bestellten: „Can I have two eggs sunny side up, white toast, bacon, coffee and a small OJ?“ Alles klar?
Dem klassischen New York Touristen stehen mehrere Wege offen, die Freiheitsstatue zu bestaunen. Die dekadente Variante ist die mit dem Helikopter, die kostet allerdings auch schlappe 170 Dollar für 15 Minuten Flug. Haben wir nicht gemacht 😉 Die Statue of Liberty war ursprünglich im Jahre 1886 ein Geschenk der Franzosen an die USA, das an die Unabhängigkeit des Landes erinnern sollte. Die Statue lässt sich sowohl von außen wie von innen besichtigen. Die Freiheitsstatue liegt streng genommen nicht mehr in Manhattan, sondern auf Liberty Island, südlich der Halbinsel, zwischen Ellis Island und Governors Island. Am besten ist sie von Manhattan aus mit der Fähre zu erreichen. Und genau das war auch unser Weg zur Grand Dame. Wie schon beim Rockefeller Center hatte ich bereits von Deutschland aus 2 Tickets für eine bestimmte Fährfahrt gebucht. Glücklicherweise sogar als Schnapper: $ 15,00 pP anstatt $ 30,00.
Um 11:15 Uhr legte sie bis aufs Maximum gefüllt ab, machte eine beeindruckende Drehung unter der Brooklyn-Bridge und startete dann gen Liberty Island. Allein die Fahrt dorthin ist schon beeindruckend. Man fährt an Halb-Manhattan vorbei und bekommt vom Bootsführer so einige interessante Informationen. Ungefähr 30 Meter vor der Insel stoppten wir dann ab und hatten einen tollen Blick auf die Statue und v.a. auf die völlig überfüllte Insel. Und wieder einmal dachte ich mir, jawohl, alles richtig gemacht. Um 12:00 Uhr legte die Fähre wieder an und alle (also ich auf jeden Fall) waren sehr verfroren. Ausgerechnet an diesem Tag zu dieser Zeit meinte Petrus es nicht sonderlich gut mit uns: starke Bewölkung und immer kurz vor Regen. Dieser zog zum Glück an Manhattan vorbei aber die Fotos mussten im Nachhinein alle etwas optimiert werden, was die Helligkeit betrifft.
9/11 Museum und Memorial
Wenn man schon mal an der Südspitze Manhattans ist, dann empfiehlt sich der Besuch des 9/11 Mahnmals. Vorbei am belebten Hubschrauber Start- und Landeplatz sowie am Battery Park, erreicht man relativ schnell das One World Trade Center oder auch One World Observatory (formerly known as the „Freedom Tower“). Am Fuße dieses Monuments liegt das 9/11 Memorial oder auch Ground Zero. Wo vor dem 11. September 2001 noch die Twin Towers des World Trade Centers standen, gedachten wir nun den 3.000 Menschen, die während des verheerenden Terroranschlags auf die beiden Türme ihr Leben verloren. Die Namen aller Opfer sind auf Bronzeplatten rund um zwei große Pools eingraviert – gerade in den frühen Abendstunden, wenn diese beleuchtet sind, herrscht hier eine sehr ergreifende Atmosphäre.






