Wechseljahre = Ausnahmezustand? Oder Aufbruch in ein neues Ich?
Im Oktober werde ich 48 Jahre alt und rein statistisch gesehen, befinde ich mich damit in der Menopause (im Durchschnitt sind die Frauen zwischen 40 und 50 Jahren alt) – zumindest in der Perimenopause, dem Zeitpunkt vor der letzten Regelblutung. Aktuell sieht es allerdings so aus, als hätte es mein Körper nicht so eilig damit… Nichts desto trotz bin ich gerne vorbereitet. Aus diesem Grund habe ich ein wenig gelesen, mich umgehört, recherchiert und das Ganze hier dann komprimiert. Der Plan ist es, diesen Beitrag regelmäßig upzudaten, sei es durch neue Erkenntnisse (u. U. durch den konkreten Beginn meiner Menopause) – gerne auch anhand von Kommentaren.
Wenn (!) Frauen über Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder schlaflose Nächte sprechen, dann fallen oft Worte wie „hormonelles Chaos“, „Krise“ oder gar „Ausnahmezustand“. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Lebensphase, die wir alle früher oder später erleben (sofern wir ein X-Chromosom tragen)? Und warum wird über die Wechseljahre immer noch so wenig offen gesprochen?
Mythos Ausnahmezustand?
Der Begriff „Wechseljahre“ klingt ja erst einmal harmlos. Doch viele Frauen begegnen ihm mit Unsicherheit. Verstärkt wird dieser Zustand oft von den sozialen Medien mit Bildern voller Klischees: Schweißausbrüche, emotionale Achterbahnen, schlaflose Nächte. Kein Wunder, dass der Begriff „Ausnahmezustand“ schnell zur Hand ist. Aber: Es gibt auch Frauen, für die diese Zeit kaum spürbar ist. Für alle gilt: sie ist ein individueller Umbruch.
Was passiert eigentlich im Körper?
Die Wechseljahre bezeichnen die Phase, in der die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone – vor allem Östrogen und Progesteron – allmählich nachlässt. Korrekt ausgedrückt, setzen sich die Wechseljahre aus drei Phasen zusammen:
Perimenopause
Die Zeit vor der letzten Regelblutung, in der hormonelle Schwankungen beginnen.
Menopause
Der Zeitpunkt der letzten Regelblutung, rückwirkend feststellbar nach 12 Monaten ohne Periode.
Postmenopause
Die Jahre danach, in denen sich der Hormonspiegel dauerhaft auf einem neuen Niveau einpendelt.
Das machte mich neugierig und ich sprach meine Mutter auf das Thema an. Ob es nun daran lag, dass sie Ärztin ist, oder eben meine Mutter oder daran, dass sie wohl zu dem Teil der Frauen gehört, die unter wenigen bis gar keinen Symptomen zu leiden haben; jedenfalls war unser Umgang mit dieser Thematik sehr offen. Und wie gesagt, sie kann sich an keine lebenserschwerenden Monate oder gar Jahre erinnern. Das heißt natürlich nicht zwangsläufig, dass es bei mir auch so sein wird. Aber die Genetik ist ein entscheidender Faktor für den Zeitpunkt und die Ausprägung der Wechseljahre.
Wechseljahr und Blasenentzündung
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Update, 16.10.2025: Ganz offensichtlich befinde ich mich aktuell in der Perimenopause. Wie lange es noch dauern wird, bis meine Regelblutung unregelmäßig kommt bzw. ganz aussetzt, weiß ich nicht. Bis dato, kann ich die Uhr nach stellen – und, was auch auffällt: Seit gut 6 Monaten, ist sie so schmerzhaft, wie in den ersten Jahren, in der Pubertät. Ein neu hinzugekommender Faktor: in diesem Jahr habe ich bereits 4 Blasenentzündungen gehabt, etwas was ich bis vor 3 Jahren noch nie hatte. Dieses „Phänomen“ (welches eigentlich gar keines ist) hängt ebenfalls mit der Hormonumstellung zusammen. Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren führt zu trockeneren Schleimhäuten, die Bakterien weniger gut abwehren können.
Typische Symptome der Wechseljahre – und was sie bedeuten (nicht müssen!)
Nicht jede Frau erlebt sie, aber viele kennen:
- Hitzewallungen & Nachtschweiß,
- Schlafstörungen,
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen,
- Konzentrationsprobleme, Erschöpfung,
- Libidoverlust, vaginale Trockenheit und/oder
- Veränderungen von Haut, Haaren und Gewicht.
Diese Symptome sind Ausdruck hormoneller Anpassung. Bei starker Belastung oder Unsicherheit lohnt es sich, ärztlichen Rat einzuholen; im Idealfall hat aber die Gynäkologin/Hausärztin bzw. der Gynäkologe/Hausarzt das im Blick.
Tipps für mehr Wohlbefinden in dieser Lebensphase
Ernährung & Bewegung
Mediterrane Kost (z. B. Leinöl, Soja, Gemüse)
Moderate Bewegung: Yoga, Krafttraining
Besser schlafen
Kein Koffein ab Nachmittag, kein Handy im Bett
Schlafzimmer kühl halten
Stressreduktion
Meditation, Atemübungen, kreative Auszeiten
Nicht perfekt sein müssen – das ist heilsam
Hormontherapie
Gut wirksam, aber nicht für jede Frau geeignet
Ärztliche Beratung ist Pflicht
Die Möglichkeit einer Unterstützung durch Hormone fällt bei mir nach der Brustkrebserkrankung und -behandlung zu 100% weg.
Alternativen, die ich gefunden habe, zu deren Wirksamkeit ich aber noch nichts sagen kann: Traubensilberkerze, Mönchspfeffer, Rotklee, Jamswurzel
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