Gleiche Frau, verschiedene Looks. Kleine Änderungen. Große Wirkung. ♡

Sicher kennst du das auch: Du siehst eine Hose, einen Blazer oder ein Kleid an einer anderen Frau und denkst sofort: „Genau das möchte ich auch!“ Die Ernüchterung kommt manchmal in der Umkleidekabine. Obwohl die Größe stimmt und das Kleidungsstück eigentlich genau deinem Geschmack entspricht, sieht es an dir irgendwie völlig anders aus.

Das liegt in den meisten Fällen gar nicht an deiner Konfektionsgröße.

Zwei Frauen können beide Größe 40 tragen und trotzdem vollkommen unterschiedliche Proportionen haben. Die eine hat lange Beine und einen kurzen Oberkörper, die andere einen längeren Oberkörper und kürzere Beine. Eine hat ausgeprägte Schultern, die andere eine schmale Schulterpartie und breitere Hüften.

Und genau hier liegt für mich eines der wichtigsten Geheimnisse guten Stylings:

Nicht die Kleidergröße entscheidet darüber, ob uns etwas steht, sondern vor allem Schnitt, Länge und Proportion.

## Vergiss für einen Moment deine Kleidergröße

36, 40, 44 – diese Zahl sagt erstaunlich wenig darüber aus, welche Kleidung dir besonders gut steht. Sie sagt weder etwas über deine Körpergröße noch über deine Beinlänge, deine Taille oder das Verhältnis zwischen Schultern und Hüften aus.

Viel interessanter ist deshalb die Frage:

Wie ist mein Körper proportioniert?

Stell dich einmal vor einen Spiegel, am besten in relativ enger Kleidung und schau nicht danach, was du an deinem Körper verändern möchtest. Schau einfach auf die Verhältnisse.

  • Sind deine Schultern und Hüften ungefähr gleich breit?
  • Hast du eine deutlich sichtbare Taille?
  • Wirken deine Beine im Verhältnis zum Oberkörper lang oder eher kurz?
  • Hast du einen langen Oberkörper?
  • Sind deine Schultern breiter als deine Hüften – oder umgekehrt?

Noch einfacher geht es mit einem Foto von vorne. Darauf lassen sich Proportionen häufig besser erkennen als im Spiegel.

Und plötzlich versteht man vielleicht auch, warum die eine Lieblingshose fantastisch aussieht und eine andere trotz identischer Größe einfach nicht funktioniert.

Die Taille – Ein kleiner Styling-Trick mit großer Wirkung

Die Position der Taille beeinflusst unsere gesamte Silhouette.

Wenn du deine Beine optisch verlängern möchtest, sind Hosen und Röcke mit höherem Bund eine wunderbare Möglichkeit. Stecke das Oberteil zumindest vorne leicht in den Bund oder wähle kürzere Oberteile, die ungefähr auf Höhe des Hosenbundes enden.

Dadurch verschiebt sich die sichtbare Taille nach oben – und die Beine wirken automatisch länger.

Besonders schön funktioniert das mit:

High-Waist-Hosen, kürzeren Blazern und Jacken, Oberteilen im Bund, schmalen Gürteln und Kleidern mit definierter Taille.

Hast du dagegen bereits sehr lange Beine und einen eher kurzen Oberkörper, musst du deine Taille nicht zusätzlich optisch nach oben ziehen. Ein etwas längeres Oberteil oder eine Mid-Rise-Hose kann die Proportionen wunderbar ausgleichen.

Die Taille

Du kennst Deine Proportionen? Scrolle direkt dorthin:

Langer Oberkörper, kürzere Beine

Wenn dein Oberkörper im Verhältnis zu deinen Beinen eher lang ist, kannst du die Proportionen optisch etwas verschieben.

Ideal sind häufig:

High-Waist-Hosen und -Röcke, kürzere Oberteile und Jacken, eingesteckte Shirts oder Blusen, Taillengürtel und eher lange Hosen. Besonders wirkungsvoll sind Kombinationen, bei denen die Beinlinie möglichst wenig unterbrochen wird. Auch Ton-in-Ton-Outfits sind hervorragend geeignet, um die Silhouette optisch zu verlängern.

Ein kleiner Trick steckt auch in der Schuhwahl: Je ruhiger der Übergang von der Hose zum Schuh ist, desto länger wirkt das Bein. Dunkle Hose zu dunklen Schuhen oder eine helle Hose zu Schuhen in einem ähnlichen Farbton erzeugen eine durchgehende Linie. Starke Farbkontraste am Knöchel teilen das Bein dagegen optisch und lassen es häufig etwas kürzer wirken.

Einer der hartnäckigsten Styling-Mythen lautet, dass kleine Frauen oder Frauen mit kürzeren Beinen möglichst hohe Schuhe tragen sollten. Natürlich verlängern Absätze optisch das Bein. Aber sie sind keineswegs die einzige Möglichkeit. 

Langer Oberkörper, kurze Beine

Kurzer Oberkörper, lange Beine

Kurzer Oberkörper, lange Beine

Viele Frauen wünschen sich lange Beine. Tatsächlich können sehr lange Beine in Verbindung mit einem kurzen Oberkörper aber ebenfalls eine kleine Styling-Herausforderung sein.

Hier darf die optische Taille ruhig etwas tiefer liegen.

Mid-Rise-Hosen können beispielsweise harmonischer wirken als extrem hoch geschnittene Modelle. Etwas längere Blazer, Strickjacken oder Blusen verlängern den Oberkörper optisch.

Auch ein Oberteil, das nicht vollständig in den Hosenbund gesteckt wird, kann die Proportionen ausgleichen.

Es geht also nicht darum, bestimmte Körperformen zu „korrigieren“. Ziel ist lediglich, mit Kleidung unterschiedliche Proportionen hervorzuheben oder auszubalancieren.

Breitere Hüften, schmalere Schultern

Wenn dein Oberkörper im Verhältnis zu deinen Beinen eher lang ist, kannst du die Proportionen optisch etwas verschieben.

Ideal sind häufig:

High-Waist-Hosen und -Röcke, kürzere Oberteile und Jacken, eingesteckte Shirts oder Blusen, Taillengürtel und eher lange Hosen. Besonders wirkungsvoll sind Kombinationen, bei denen die Beinlinie möglichst wenig unterbrochen wird. Auch Ton-in-Ton-Outfits sind hervorragend geeignet, um die Silhouette optisch zu verlängern.

Ein kleiner Trick steckt auch in der Schuhwahl: Je ruhiger der Übergang von der Hose zum Schuh ist, desto länger wirkt das Bein. Dunkle Hose zu dunklen Schuhen oder eine helle Hose zu Schuhen in einem ähnlichen Farbton erzeugen eine durchgehende Linie. Starke Farbkontraste am Knöchel teilen das Bein dagegen optisch und lassen es häufig etwas kürzer wirken.

Einer der hartnäckigsten Styling-Mythen lautet, dass kleine Frauen oder Frauen mit kürzeren Beinen möglichst hohe Schuhe tragen sollten. Natürlich verlängern Absätze optisch das Bein. Aber sie sind keineswegs die einzige Möglichkeit. 

Breite Hüften, schmale Schultern

Breitere Schultern, schmalere Hüfte

Breite Schultern, schmale Hüfte

Ist dein Oberkörper etwas ausgeprägter als deine Hüftpartie, kannst du das Prinzip einfach umdrehen.

Mehr Volumen oder Aufmerksamkeit im unteren Bereich kann die Silhouette optisch ausbalancieren.

Weite Hosen, A-Linien-Röcke, fließende Stoffe und interessante Details an Hose oder Rock können sehr schön wirken.

Beim Oberteil sorgen V-Ausschnitte und offene Jacken oder Blazer für vertikale Linien und lassen den Oberkörper länger und schmaler erscheinen.

Wenig Taille? Du kannst sie mit Kleidung erzeugen!

Wenn Schulter, Taille und Hüfte relativ gerade verlaufen, wirkt eine klare Silhouette häufig besonders elegant.

Du kannst diesen geraden Look bewusst verändern, indem du optisch mehr Taille erzeugst.

Ein Gürtel über einem Kleid, ein taillierter Blazer, ein Wickelkleid oder eine Kombination aus etwas mehr Volumen an Schulter und Hüfte lässt die Körpermitte automatisch schmaler erscheinen.

Das Schöne daran: Du kannst mit derselben Figur völlig unterschiedliche Silhouetten tragen.

Wenig Taille

Und was ist mit einem kleinen Bauch?

Ein kleiner Bauch

Wahrscheinlich eine der häufigsten Stylingfragen überhaupt. Die spontane Reaktion lautet oft: möglichst weite Kleidung.

Das funktioniert allerdings nicht immer. Sehr weite Oberteile können sogar zusätzliches Volumen erzeugen und den gesamten Körper breiter erscheinen lassen.

Meist wirken Stoffe schöner, die den Körper umspielen, statt an ihm zu kleben oder ihn komplett zu verhüllen.

Ein leicht fließendes Oberteil, ein offen getragener Blazer oder eine Strickjacke erzeugen vertikale Linien. Auch ein V-Ausschnitt lenkt den Blick nach oben.

Und noch etwas ist wichtig: Achte auf die Stelle, an der dein Oberteil endet. Genau dort entsteht eine horizontale Linie und damit Aufmerksamkeit.

Manchmal macht es einen erstaunlichen Unterschied, wenn ein Shirt fünf Zentimeter kürzer oder länger ist.

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Länge schlägt Schnitt

Das ist einer meiner liebsten Styling-Tricks, weil er so einfach ist: Beobachte, wo deine Kleidung endet.

Jackensaum, Blazer, Pullover, Rock, Kleid und Hose erzeugen horizontale Linien. Unser Auge nimmt diese Linien automatisch wahr.

Endet ein Blazer genau an der breitesten Stelle der Hüfte, betont er diese Partie. Ein etwas kürzerer oder längerer Blazer kann vollkommen anders wirken.

Dasselbe gilt für Röcke und Kleider. Eine Midi-Länge, die genau an der kräftigsten Stelle der Wade endet, kann das Bein optisch verkürzen. Ein paar Zentimeter darüber oder darunter können den gesamten Look verändern.

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Oversize braucht Kontra

Oversize-Blazer, weite Hosen und großzügiger Strick können fantastisch aussehen. Wenn allerdings alles gleichzeitig sehr weit ist, verschwinden die Körperproportionen schnell.

Ein einfaches Prinzip hilft:

Weite braucht einen Gegenspieler.

Zur weiten Hose beispielsweise ein etwas kürzeres oder körpernäheres Oberteil. Zum Oversize-Pullover eine schmalere Hose  oder zumindest eine sichtbare Taille. Zum großen Blazer ein schlichtes Top darunter.

Natürlich kann auch „weit zu weit“ toll aussehen. Dann sollte der Look aber bewusst über Proportion, Material und Länge funktionieren.

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Der Einfluss von Farben

Auch Farbe beeinflusst, wohin unser Blick zuerst fällt.

Helle, kräftige und kontrastreiche Farben ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Ruhigere und dunklere Farben treten optisch eher zurück.

Das kannst du ganz bewusst nutzen.

Liebst du deine Beine? Dann darf die Hose ruhig Farbe haben. Möchtest du den Blick stärker auf dein Gesicht und deinen Oberkörper lenken? Dann trage dort deine schönste Farbe.

Besonders streckend wirken monochrome oder Ton-in-Ton-Looks, weil der Körper nicht durch starke Farbwechsel optisch unterteilt wird.

Dabei muss keineswegs alles exakt dieselbe Farbe haben. Creme, Beige und Camel oder verschiedene Blau- und Grautöne ergeben ebenfalls eine ruhige, durchgehende Linie.

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Materialien-Vielfalt

Ein Schnitt kann theoretisch perfekt zu deiner Figur passen und trotzdem nicht gut aussehen – weil der Stoff nicht funktioniert.

Steife Materialien schaffen Struktur und Volumen. Fließende Stoffe folgen stärker der Körperlinie. Sehr dünne Stoffe zeichnen mehr ab, festere Materialien geben Form.

Bei einem Blazer kann etwas Struktur an der Schulter beispielsweise fantastisch sein. Eine Wide-Leg-Hose wirkt mit einem schön fallenden Stoff häufig eleganter als mit einem sehr steifen Material.

Deshalb: Nicht nur auf den Schnitt schauen. Fühl den Stoff und beobachte, wie er fällt.

Beim Thema „Was steht mir?“ sprechen wir erstaunlich häufig darüber, was wir verstecken möchten.

Ich finde die umgekehrte Frage viel interessanter:

Was möchtest Du zeigen?

♥ Du hast eine schöne Taille? Betone sie.

♥ Du liebst deine Beine? Zeig sie.

♥ Du hast schöne Schultern oder ein tolles Dekolleté? Setze sie in Szene.

♥ Du magst deine Handgelenke? Kremple die Ärmel deines Blazers hoch.

Denn unser Blick wandert meistens dorthin, wo etwas Besonderes passiert: Farbe, Schmuck, Muster, Haut, Kontrast oder ein interessantes Detail.

Styling bedeutet deshalb nicht nur Kaschieren, es bedeutet vor allem Blickführung.

Was möchtest du zeigen

Der Umkleidekabinen-Test

Beim nächsten Shoppingtrip würde ich deshalb nicht mehr nur fragen:

„Passt mir das?“

Sondern:

  • Wo sitzt meine Taille in diesem Outfit?
  • Wo endet das Oberteil?
  • Wie wirken meine Beine?
  • Wo entstehen horizontale Linien?
  • Welche Körperpartie fällt mir zuerst auf?
  • Fühle ich mich darin wohl – oder zupfe ich ständig irgendwo herum?

Und vor allem:

  • Gefällt mir meine Silhouette darin?

Mach ruhig ein Foto. Ein Foto zeigt Proportionen oft viel deutlicher als der Blick in den Spiegel.

Und die klassischen Figurtypen?

Figurtypen

Natürlich können Begriffe wie A-, X-, H-, O- oder V-Figur eine erste Orientierung bieten. Ich würde sie aber nicht als starres Regelwerk betrachten.

Kaum ein Körper entspricht exakt einer geometrischen Form. Eine Frau kann beispielsweise eine ausgeprägte Taille haben, gleichzeitig relativ breite Schultern, lange Beine und einen kurzen Oberkörper.

Welche Schublade wäre dann die richtige?

Viel hilfreicher finde ich deshalb, einzelne Proportionen zu betrachten und zu verstehen, was Kleidung mit ihnen macht.

Dann brauchst du irgendwann auch viel weniger Regeln. Am Ende gibt es nur eine Regel: All diese Stylingtipps sind Möglichkeiten und Anregungen, mehr nicht!

 – Wenn du 1,58 Meter groß bist und einen bodenlangen Oversize-Mantel liebst: Trag ihn.

– Wenn dir jemand erzählt, dass Frauen mit kräftigen Beinen keine engen Jeans tragen sollten, du dich darin aber großartig fühlst: Trag sie.

– Und wenn du mit 50, 60 oder 70 Lust auf einen Trend hast, der angeblich „für jüngere Frauen“ gedacht ist: Erst recht.

Denn guter Stil entsteht für mich nicht dadurch, dass wir unseren Körper möglichst nah an irgendein Ideal heran stylen. Er entsteht, wenn wir wissen, welche Wirkung Kleidung hat und dann selbst entscheiden, welche davon wir möchten.

Vielleicht ist genau das die beste Antwort auf die Frage „Was steht mir wirklich?“:

Das, worin du dich wiedererkennst – nur vielleicht in der für dich perfekten Länge, Proportion und Kombination.