Entbehrlich? Oder Sehnsucht nach einstigen Innovationen?
Verfasst von Jacob Vicari – Erschienen in der „brand eins“ Heft 03/2019
Was für ein schöner Artikel. Ich denke, wenn man sich etwas Zeit nimmt und einmal in Ruhe die letzten Jahre / Jahrzente Revue passieren lässt, fallen einem noch viel mehr Dinge ein, die nicht mehr – oder in modifizierter Form – existieren. Entbehrlich oder nicht?
Das Click Wheel
Im Jahr 2001 präsentierte Apple den ersten iPod. Man konnte ihn in schwarz, grau oder weiss kaufen und dank der Drehscheibe, ganz ohne hinzugucken, durch die eigene Musiksammlung scrollen. Das Click Wheel war dermaßen einfach konzipiert, dass das ganze Geheimnis aus vier unter einer berührungsempfindlichen Drehsscheibe verborgenen Knöpfen bestand.
Über vier kleine Symbole am Rand der Scheibe konnte man ein Lied vor- oder zurückspringen, zum Menu gelangen oder das Lied starten bzw. pausieren. Im Jahr 2007 – das Jahr des ersten iPhone – ersetzte Apple die Scheibe durch einen Touchscreen.
Die Schreibmaschine
Christopher Latham erfand im Jahre 1867 im amerikanischen Milwaukee die erste Schreibmaschine. Auf den Markt kam sie 1874 von Remington. In den darauffolgenden Jahren waren Marken wie Smith Corona, Olympia, Underwood und Olivetti so geläufig wie heute Apple und Samsung.
Der Pager
Neben dem oben beschriebenen iPod fielen auch die Pager (kleine Kästchen, die in der Hemd- oder Hosentasche getragen wurden und die mittels Vibrieren und einer kurzen Nachricht/Telefonnumer auf dem Bildschirm darauf aufmerksam machten, dass man gerbaucht wurde) dem Smartphone zum Opfer. Die ersten- und nach wie vor Nutzer waren Ärzte, denn im Gegensatz zum Smartphone ist der Pager nicht auf guten Empfang angewiesen.
Der Anrufbeantworter
Wer nun genau hinter der Erfindung des ersten Anrufbeantworters steht, ist nicht ganz eindeutig. Allerdings entwickelte der dänische Erfinder Valdemar Poulsen bereits im Jahr 1898 die erforderliche Technik zur magnetischen Aufnahme.
Erst in den 80gern fand der AB weite Verbreitung, um dann mehr und mehr von zentralisierten AB-Systemen abgelöst zu werden, die bei den jeweiligen Netzwerkbetreibern liefen.
Die Landkarte
Heutzutage findet man in Handschuhfächern überwiegend FFP2-Masken, Müsliriegel, Redbull Dosen… what ever 😉
Noch in den 90ger Jahren besaß nahezu jeder Autofahrer einen Stadtplan, wer ganz „verrückt“ war gleich den Atlas von Deutschland oder Europa. Irgendwann wurden diese gedruckten Karten dann aber zu belächelten Relikten, und jeder, der etwas auf sich hielt, besaß plötzlich ein klobiges per Saugnahpf von innen an der Windschutzscheibe zu befestigendes Gerät; hatte ganz fortschrittlich ein Navigationssystem auf CD oder DVD und letztlich eine App auf dem Smartphone, die dem Fahrer mal mehr mal weniger gut den rechten Weg vorsagt.
Alles sehr praktisch und in unserer schnelllebigen Zeit sicher auch zuweilen angebracht, allerdings ohne den Effekt, der von Kognitionswissenschaftlern als „tiefes Wissen“ bezeichnet wird, dem umfassenden Verständnis von der Welt, in der man sich bewegt.
Die Diskette
Clippy in MS-Office
Das Tamagotchi
Die Telefonkarte
Der <blink>-Tag
